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Alle Jahre wieder

23.12.2007, ROLAND DYMKE

KONZERT. Oberhausens größter Chor, das Männer-Quartett Sterkrade-Heide, begeisterte seine Freunde am Wochenende mit zwei Weihnachtskonzerten in der Klosterkirche Liebfrauen.
Es ist ja eine schöne Sitte, dass im Dezember alle möglichen Institutionen, die auch nur entfernt etwas mit Musik zu tun haben, für ihre Mitglieder und Freunde ein Weihnachtskonzert veranstalten. Dass sich fast alle in einer gewissen Selbstgenügsamkeit ähneln, liegt in der Natur der Sache begründet. Einige sprengen allerdings den Rahmen des Üblichen, wie zum Beispiel das Weihnachtskonzert des Männer-Quartetts Sterkrade-Heide in der Liebfrauen-Klosterkirche am Samstag und Sonntag.

Der Freundeskreis des Chores ist offenbar so groß, dass die nicht gerade kleine Kirche an zwei Abenden überfüllt ist. Das hängt sicher nicht nur mit seiner schieren Größe von rund 100 Sängern zusammen, sondern mehr noch mit der seit Jahren bekannten Qualität seiner Darbietungen, die er unter der eindringlichen, suggestiven Leitung seines Dirigenten Stefan Lex entfaltet.

Schon das harmonisch austarierte Klangbild, das im Piano keine Mattigkeit, im Fortissimo keine Schärfe hat, nimmt den Zuhörer sofort gefangen. Hinzu kommt eine gerade bei dieser Größe immer wieder erstaunliche rhythmische und artikulatorische Präzision und eine gestalterische Präsenz, die auch aus gerade bei solchen Anlässen immer wieder gesungenen Allerweltsstücken unmittelbar empfundene Musik macht. Frei und unangestrengt

Als Kontrast zum dunkel getönten Männerchor hatten die Sänger den Damenchor "Eintracht-Harmonie" aus Wetter-Oberwengern zu Gast. Dass dieser Kontrast wirklich nur klanglicher, nicht auch qualitativer Natur war, dafür sorgte schon die unverkennbare dirigentische Handschrift von Stefan Lex, der die frei und unangestrengt geführten Frauenstimmen zu ähnlich eindringlicher Gestaltung animierte wie den Männerchor, vielleicht noch nicht ganz so ausgereift.

Auch die beiden Solo-Sopranistinnen des Abends kamen aus diesem Chor aus dem Ruhrtal: Die mit einigen Soloeinlagen in volkstümlichen Liedern leider etwas wenig beschäftigte Sabine Hubert und Angela Hölscher, die mit großer Stimme Stücke von Franck, Humperdinck, Reger und Dostal bot. Besonders eindrucksvoll ihr Zusammenwirken mit dem Männerchor in Verdis "Du hohe Himmelskönigin", wie überhaupt die harmonische Verbindung von Frauen- und Männerstimmen auch musikalisch immer noch am schönsten ist, wie sich im abschließenden "Vespergesang" von Bortnianski zeigte.

Apropos harmonisches Zusammenwirken: Nach dem Dirigenten war dessen Ehefrau, Sigrid Althoff, als zuverlässige Begleiterin am Klavier am meisten beschäftigt. Für die Orgelimprovisation zum Einzug und feierliche Klänge zwischendurch sorgte wie immer Veit Jürgen Zimmermann.